{"id":1292,"date":"2014-05-27T22:42:26","date_gmt":"2014-05-27T21:42:26","guid":{"rendered":"http:\/\/beziehungsgarten.net\/blog\/?p=1292"},"modified":"2014-06-05T14:14:22","modified_gmt":"2014-06-05T13:14:22","slug":"buchvorstellung-praktiken-der-polyamorie-ueber-offene-beziehungen-intime-netzwerke-und-den-wandel-emotionaler-stile","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/beziehungsgarten.net\/blog\/buchvorstellung-praktiken-der-polyamorie-ueber-offene-beziehungen-intime-netzwerke-und-den-wandel-emotionaler-stile","title":{"rendered":"Buchvorstellung: Praktiken der Polyamorie. \u00dcber offene Beziehungen, intime Netzwerke und den Wandel emotionaler Stile"},"content":{"rendered":"<h2>Buchvorstellung:<\/h2>\n<h1 class=\"parseasinTitle\"><span id=\"btAsinTitle\"><span style=\"padding-left: 0\">Praktiken der Polyamorie. \u00dcber offene Beziehungen, intime Netzwerke und den Wandel emotionaler Stile<br \/>\n<\/span><\/span><\/h1>\n<h2>Diplomarbeit von <span id=\"btAsinTitle\"><span style=\"padding-left: 0\">Karoline Boehm<\/span><\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border: 0px\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1153\" src=\"http:\/\/beziehungsgarten.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/BoehmPraktikenderPolyarmorie001.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\">\n<ul>\n<li><b>Taschenbuch:<\/b> 143 Seiten<\/li>\n<li><b>Verlag:<\/b> Universit\u00e4t Wien Inst. f. Europ. Ethnologie (Dezember 2012), Band 35<\/li>\n<li><b>Sprache:<\/b> Deutsch<\/li>\n<li><b>ISBN-10:<\/b> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/390202920X\">390202920X<\/a><\/li>\n<li><b>ISBN-13:<\/b> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/978-3902029201\">978-3902029201<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Erh\u00e4ltlich im Direktverkauf (EUR 15,70 + Versand, auf Rechnung, oder Abholung EUR 11,00):<\/p>\n<p>Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie<br \/>\nUniversit\u00e4t Wien<br \/>\nHanuschgasse 3<br \/>\nA-1010 Wien<br \/>\nT: +43-1-4277-418 01<br \/>\nF: +43-1-4277-9418<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/euroethnologie.univie.ac.at\/publikationen\/bestellung\/\">https:\/\/euroethnologie.univie.ac.at\/publikationen\/bestellung\/<\/a><\/p>\n<p>Im Semester Mo &#8211; Mi 9-16, Do -17, Fr-15 Uhr<\/p>\n<h2>Ultrakurzbeschreibung:<\/h2>\n<p>Akteur_innen der polyamore Szene Wiens berichten von ihrer Lebenswirklichkeit, wie mit einem Bekenntnis zur Polyamorie ein Perspektivenwechsel der Reflexion von Gef\u00fchlen, ein Wandel im emotionalen Stil einher geht. So werden Praktiken, die innerhalb der monogamen Norm negativ belegt sind, durch das &#8222;Mitfreuen&#8220; positiv umgedeutet. Gleichzeitig etablieren sich innerhalb der polyamoren Szene neue emotionale Normen, Zw\u00e4nge und Wertvorstellungen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Kurzbeschreibung:<\/h2>\n<p>Polyamorie bedeutet die M\u00f6glichkeit im Wissen und Einverst\u00e4ndnis aller Beteiligten mehrere sexuelle und emotionale Beziehungen zur gleichen Zeit einzugehen. Sie bezeichnet somit ein Beziehungsmodell und die Idee einer vielgestaltigen intimen Verbundenheit. Karoline Boehm untersucht die nicht monogamen Handlungen in ihrem Buch vor dem Hintergrund gegenw\u00e4rtiger, gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen. Ihren Fokus legt sie auf Praktiken der Intimit\u00e4t, sowie auf Aushandlungsprozesse in Biografien und polyamoren (Beziehungs-) Alltagen. Beleuchtet werden dabei Fragen von Identit\u00e4t, Begehren, Szenekonstitution, Normalisierung und Gestaltung der Lebensform, die ein facettenreiches Bild \u00fcber den Wandel emotionaler und sexueller Kulturen zu erkennen geben.<\/p>\n<p>Die mikroanalytisch und qualitativ angelegte Forschungsarbeit besch\u00e4ftigt sich mit polyamoren Lebensformen. Dies lassen sich als intime Systeme begreifen, in denen die Option besteht, im Wissen und Einverst\u00e4ndnis aller Beteiligten mehrere parallele intime Beziehungen einzugehen.<\/p>\n<p>Ausgehend von einer Feldforschung in der Wiener Polyamorieszene, die \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige Treffen und verschiedene neue Medien sichtbar wird, wurden die Praxis-Diskursformationen der polyamoren Akteur_innen betrachtet: Untersucht wurde, in welchen Kontexten die polyamoren Akteur_innen zu ihrer Lebensform finden, \u00fcber welche Praktiken sich die verschiedenen intimen Beziehungen konstituieren und konsolidieren, welche Aushandlungsprozesse von den Akteur_innen im sozialen Umfeld eingegangen werden und wie sich die Verbindung zwischen Imaginiertem, Erlebtem und Handlungsebene darstellt. Dieser Fokus f\u00fchrte auf drei Ebenen: In die (beziehungs-)biographische Dimension der Akteur_innen, in ihre Beziehungen, zu den emotionalen und sexuellen Szenen, in denen sie sich bewegen und in ihr nicht-polyamores soziales Umfeld.<\/p>\n<p>Bestimmende strukturelle und kulturelle Voraussetzungen, Zusammenh\u00e4nge und Effekte werden im Rahmen der Arbeit insbesondere am Beispiel von Rechtslagen, kirchlichen Positionen und urbanen Diversit\u00e4tspolitiken aufgezeigt. Es zeigte sich zum einen, dass die Zuwendung zu polyamoren Lebensformen mit einem Wertewandel verbunden ist und mit einem umfassenden Prozess des sich Gewahrwerdens, der Wissensaneignung und der Authentifizierung des Selbst verbunden ist. Ein zentrales Moment stellt die Ausbildung eines neuen emotionalen Stils dar, der eine ver\u00e4nderte Art des Denkens \u00fcber die Beziehung anzeigt. Er ist ma\u00dfgeblich durch den Modus der Mitfreude (f\u00fcr die Erlebnisse der Anderen) bestimmt und erlaubt die Entstehung mehrerer, unabh\u00e4ngiger und sich \u00fcberschneidender Intimsph\u00e4ren. Sowohl das Begehren nach mehreren Personen in Vergangenheit und Gegenwart, als auch leidvolle Gef\u00fchle wie Eifersucht und Devianz werden in eine neue symbolische Ordnung \u00fcberf\u00fchrt, welche neue Handlungsmuster evoziert. Die Akteur_innen finden Strategien mit mono- bzw. heteronormativ gepr\u00e4gten Verh\u00e4ltnissen umzugehen, entwickeln W\u00fcnsche, sto\u00dfen an Grenzen, formieren sich als Netzwerk, differenzieren sich aus, geben ihrem Begehren Ausdruck und ihren sozialen Beziehungen Kontinuit\u00e4t. Diese Prozesse der Identit\u00e4tskonstruktion, Positionierung und Ausdifferenzierung, sowie Praktiken der Intimit\u00e4t in nicht-dyadischen Systemen werden in der vorliegenden Arbeit nachvollziehbar gemacht und zeigen Tendenzen und Ausgestaltungen des gesellschaftlichen Wandels an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Links:<\/h2>\n<p><b>Rezensionen<\/b> von<\/p>\n<p><strong>Buchvorstellung<\/strong> von <a href=\"http:\/\/www.soulutions.at\/2013\/02\/neuerscheinung-praktiken-der-polyamorie-von-karoline-boehm\/\"><span class=\"author vcard\">Erik Zika<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>Podcast<\/strong><a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/259403\"> Kulturanthropologische Gespr\u00e4che #17<\/a> (Polyamorie. \u00dcber offene Beziehungen und einen neuen emotionalen Stil. Mit Karoline Boehm)<\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/beziehungsgarten.net\/blog\/buecherliste-polyamorie\">Zur\u00fcck zur B\u00fccherliste<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchvorstellung: Praktiken der Polyamorie. \u00dcber offene Beziehungen, intime Netzwerke und den Wandel emotionaler Stile Diplomarbeit von Karoline Boehm &nbsp; Taschenbuch: 143 Seiten Verlag: Universit\u00e4t Wien Inst. f. Europ. 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