P. hat geschrieben:ich empfinde es nicht als unsicherer, als das traditionelle Beziehungsmodell. Auch da gibt es die Gefahr, dass es schief geht. Es gibt bei emotionalen Dingen nie eine Garantie und man begibt sich eigentlich bei jeder neuen Beziehung aufs Glatteis...
Z. hat geschrieben:Neee, eine Garantie gibt es nicht - aber ich glaube, dass wir uns das oft nicht bewusst machen, wenn wir eine Beziehung nach einem konventionellen Beziehungsmodell anfangen. Wir stellen fest, wir wollen beide eine Beziehung, wir bilden uns ein, wir meinten das gleiche damit... was soll also schiefgehen? Ich glaube nicht das Polybeziehungen unsicherer sind als Monobeziehungen. Aber in Polybeziehungen kommen wir um die Auseinandersetzung mit unseren unterschiedlichen Wünschen und Ansichten und Ängsten nicht so leicht drumherum. Deswegen glaube ich, dass die ersten Polyversuche auf die Versuchenden oft unsicherer wirken als ihre früheren Monobeziehungen auf sie gewirkt haben.
Außerdem: in einer neuen Monobeziehung lassen wir uns "nur" auf einen neuen Menschen ein. In einer ersten Polybeziehung auf einen neuen Menschen und ein völlig neues Beziehungsmodell.
A. hat geschrieben:in einer konventionellen Beziehung komme ich sozusagen auf ein Fußballfeld, die Regeln hab ich schon oft mitbekommen, ich habe viele gesehen, wie sie sich drauf bewegt haben und mit Gehen, Rennen, Springen, Ballspielen habe ich schon reichlich Erfahrungen. jetzt muss ich 'nur' noch lernen, mit der anderen Person den Ball auszutauschen.
Bei einer Polybeziehung ist aber auch das Gehen, Rennen, Springen noch völlig unbekannt. Ich habe praktisch niemanden bisher dabei beobachten können, ich kenne die Regeln auf diesem Feld nicht, und allein das Gleichgewicht zu halten, also die eigene Stabilität zu finden, erfordert mehr Können und Aufmerksamkeit als bisher
Z. hat geschrieben:Ich fühl mich sehr wohl damit, wenn mein Partner mir von einer anderen Partnerin vorschwärmt. Es gibt mir ein wohlig-warmes Gefühl von tiefer Vertrautheit. Ich lass mich gerne mitreißen von der Begeisterung.
Quelle für obige Zitate
A-L. hat geschrieben:bei einer poly-beziehung geht es nicht darum, eine beziehungsart gefunden zu haben, bei der alle immer glücklich sind und es keine kompromisse/kein verbiegen mehr geben muss.
das muss ich mono, das muss ich, wenn ich alleine lebe (da sogar sehr stark!), das muss ich in jedem sozialen netzwerk.
das bedürfnis, lieben zu dürfen, wen ich liebe, ist letztendlich auch nur ein bedürfnis und muss halt (jeder für sich!) eingeordnet werden. wie wichtig ist es? wichtiger als der partner, der mono leben will? wo bliebe dann die liebe, wenn ein bedürfnis von mir größer als die liebe zu meinem partner wäre? wo bleibt andernfalls die selbstliebe?
fragen über fragen. keine rhetorischen, sondern fragen mit dem ziel nach echten, aufrichtigen antworten.
Quelle Forumsdiskussion: "Dilemma: Sich verbiegen oder den Partner verlieren?"
m. hat geschrieben:Ich weiß diese Ehrlichkeit und die Offenheit zwischen mir und meinem Mann sehr zu schätzen. Ich denke, das ist die beste Voraussetzung für eine dauerhafte, gute Beziehung.
Unabhängig davon, ob man im tradionellen Sinne oder in offnen Beziehungen lebt.
Treue halte ich für überaus wichtig! Es gibt nun leider viele unterschiedliche Interpretationen dieses Begriffes. Viele verstehen Treue fast ausschließlich so, dass man sich einem/ einer dritten Person körperlich möglichst nicht nähern sollte, was absoluter Quatsch ist, meiner Meinung nach.
Ich bin ein sehr treuer Mensch, ABER auf meine Art.
h. hat geschrieben:Treue ist für mich ein ganz wichtiges Thema, die spielt sich aber eher innerlich ab, glaub ich. Ich war bisher vermutlich serienmonogam (kennst den Begriff? Bestimmt, hm?), bis ich vor vier Jahren mit dem Unsinn aufgehört habe, weil ich merkte, das kanns alles nicht sein. Das entspricht nicht mir und dem, was ich leben und geben kann.
Quellem. hat geschrieben:Innerlich fühle ich mich Zeit meines Lebens eher zu Frauen hingezogen, lebe auch seit paar Jahren in offenen Beziehungen zu bisexuellen Frauen.
Mein Mann wußte vor unserer Ehe bereits von meiner Zuneigung zu Frauen, wollte mich aber auf keinen Fall aufgeben.
Diese Mehrfachbeziehung lebe ich sehr offen und ehrlich, sowohl mein Mann als auch meine Freundinnen wissen voneinander.
Es gibt keine Eifersucht oder Machtkampf in dem Sinne, denn jede(r) von uns ist in einem stabilen Familienleben involviert, keine(r) fühlt sich dadurch bevorzugt oder vernachlässigt.